Let`s talk Business im Raiffeisen Forum

Ein Update über Konjunkturentwicklung und Finanzmarkttrends bekamen Kommerzkunden der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Let`s talk Business”.

Mit dabei: Reinhard Karl (GD-Stv. und Kommerzkunden-Vorstand / RLB NÖ-Wien), Christoph Badelt (WIFO-Leiter und WU-Professor) sowie Sylvia Hofbauer (Leiterin Volkswirtschaftliches Service / RLB NÖ-Wien), Moderation: Michael Nikbakhsh (Leiter Wirtschaftsressort Profil)

„Es steht nichts Dramatisches bevor!“

Christoph Badelt brachte es auf den Punkt: „Die Konjunktur in Österreich schwächt sich zwar ab, aber eine Rezession ist nicht zu sehen – es steht also nichts Dramatisches bevor.“ Die aktuelle Konjunktursituation in Österreich sieht Badelt unaufgeregt. Er führt den Rückgang auf die weltweite Konjunkturrezension zurück. „Österreich befindet sich jedoch nach wie vor im positiven Bereich“, betonte der Experte.

Reinhard Karl schilderte Markteindrücke abseits der Statistiken, zum Teil aus persönlichen Kundengesprächen. Die gute Auftragslage und den Anstieg der eigenen Unternehmenskredite sieht er als positive Anzeichen.

An den Finanzmärkten ging es heiß her

Hinsichtlich der Entwicklungen an den Finanzmärkten fand Sylvia Hofbauer hingegen ernüchternde Worte. Hier zeige sich ein gegenteiliges Bild: „An den Zinsmärkten passierten tatsächlich dramatische Dinge.“ Die EZB könne den Einlagenzinssatz durchaus weiter absenken. In der Folge blieben dann auch Euribor-Sätze für lange Zeit im negativen Bereich. Im Fall einer Rezession bleibt fraglich, was Notenbanken angesichts der bereits extrem lockeren Geldpolitik noch machen können. „Schon Anfang September rentierten rund 30 Prozent der Anleihen weltweit im negativen Bereich“, so die Expertin.
Hofbauer konnte aber auch positive Nachrichten verkünden: „Kreditnehmer werden weiterhin von den niedrigen Zinsmärkten und Anleger vom – erstmals seit sechs Jahren – gestiegenen Goldpreis profitieren.“

Wie wettbewerbsfähig ist Österreich?

Was Österreichs Wettbewerbsfähigkeit angeht, sieht Badelt noch Aufholbedarf. Im „Global Competitiveness Index“ steht das Land nur an 22. Stelle. Dafür gibt er dem wenig effizienten Bildungssystem und der „Unterdigitalisierung“ die Schuld: „Wir brauchen eine Strukturverbesserung der heimischen Wirtschaft, vor allem hinsichtlich Technologie. Permanentes Lernen muss in der Arbeitswelt zur Regel werden.“