Ausstellungseröffnung: „Die Ephrussis. Eine Zeitreise“

Das Jüdische Museum Wien eröffnete die Ausstellung „Die Ephrussis. Eine Zeitreise“. Die Schau präsentiert die Geschichte der berühmten Ringstraßen-Familie und zeigt die 157 Netsukes, die dem Museum von der Familie als Dauerleihgabe übergeben wurden.

Die Eröffnungsrede hielt Bundespräsident Alexander Van der Bellen: „Mit dem Familienarchiv Ephrussi erhält Wien einen wahren Schatz und noch viel mehr. Es bekommt ein Stück seiner eigenen Geschichte aus den hellsten und dunkelsten Zeiten zurück.“

Direktorin Danielle Spera betonte die Besonderheit des Abends: „Zum ersten Mal seit 1938 kommen Mitglieder der Familie Ephrussi aus aller Welt in Wien zusammen. Ein ganz besonderes Ereignis, dass das Jüdische Museum Wien 41 Nachkommen der Wiener Ephrussis in Wien willkommen heißen darf, allen voran Victor de Waal, der seine Erinnerungen an das Palais Ephrussi mit uns für die Ausstellung teilte.“

Worte zur Ausstellungseröffnung wurden auch von Andreas Fleischmann, Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien , gesprochen: „Wir bei Raiffeisen NÖ-Wien empfinden es als unsere Pflicht, dass wir uns der Vergangenheit unserer Stadt und unseres Landes stellen. Die Unterstützung des Jüdischen Museums soll damit auch als sichtbares Zeichen für unser gesellschaftliches und kulturelles Engagement verstanden werden – vergleichbar mit dem „Namensturm gegen das Vergessen“, der voriges Jahr gemeinsam mit dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands und UNIQA präsentiert wurde und anlässlich des 80. Jahrestages des NS-Novemberpogroms an die damit verbundenen Gräueltaten des NS-Regimes erinnerte und weiterhin erinnern soll.“

Eine emotionale und zutiefst berührende Rede von Edmund de Waal machte den Abend zu einem historischen: „Wir sind hier keine Opfer. Wir restituieren unsere Geschichte, wir bringen die Geschichte einer Wiener Familie zurück nach Wien. Heute Abend bringen wir zum Ausdruck, dass wir nach wie vor zu Wien gehören. Geschichte ist nie abgeschlossen, sie ist kompliziert und sie ist jetzt.“

Fotos: Alexander Ch. Wulz